Aktueller Band GWiK
Lesejahr B
Gottes Wort im Kirchenjahr 1/2027
Liebe Mitbrüder,
liebe Haupt- und Ehrenamtliche in Liturgie und Verkündigung!
„Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündet?“ (Röm 10,14) – mit diesen Worten stellt der Völkerapostel Paulus unmissverständlich klar, dass es ohne Verkündigung keinen Glauben geben kann. Nur einige Verse weiter bringt er es auf die kurze und prägnante Formel: „So gründet der Glaube in der Botschaft“ oder, wie Luther übersetzt, „So kommt der Glaube aus der Predigt“ (Röm 10,17). Der christliche Glaube ist eben kein Produkt des eigenen Geistes, nicht etwas, das wir aus uns selbst haben, sondern ein Geschenk, das in gewisser Weise erst durch die Verkündigung „von außen“ an uns herangetragen werden muss.
Sicherlich erschöpft sich die christliche Verkündigung nicht in Predigt und Katechese, sondern kann auch andere Formen haben: Auch das Beispiel gelebter Nächstenliebe oder eine schön gefeierte Liturgie können in gewisser Weise Verkündigung sein und helfen, den Glauben zu wecken. Und doch bleibt die Verkündigung durch das Wort unverzichtbar. Christlicher Glaube ist seinem Wesen nach „worthaft“, „logosgemäß“, wie Joseph Ratzinger – Benedikt XVI. – in seiner Einführung in das Christentum herausgestellt hat. So braucht es neben all den anderen Formen der Verkündigung immer auch das Wort, das den Sinn des Glaubens und der Glaubensvollzüge vermittelt und erschließt.
Das eingangs zitierte Wort des Apostels Paulus hat auch Papst Leo bei einer Begegnung mit dem Klerus seiner Diözese im Mai 2025 aufgegriffen, um die Wichtigkeit der Verkündigung herauszustellen. Was der Papst außerdem zum Thema „Verkündigung“ gesagt hat und einige Beobachtungen zu seiner eigenen Art zu predigen, finden Sie im Leitartikel dieses Bandes.
Die Adventszeit, die nun beginnt, lädt uns ein, still zu werden und auf Gottes Wort zu hören. Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie in dieser besonderen Zeit des Kirchenjahres viele Gelegenheiten dazu finden werden!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr P. Sebastian Büning OMI
