Details zur Presse-/Kundenstimme

Unverschämt katholisch sein

Unverschämt katholisch sein

Presse-/Kundenstimme (erstellt am 13. Juli 2019):
Mein Rezensionstitel zu Un-verschämt katholisch - Anstiftungen von Bernd Mönkebüscher

Furcht ist nicht in der Liebe

Dieser spannende Titel bewegt in mir gleich allerlei an Gedanken und vermengt sie. Ich suche in meinem Kopf Ordnung und finde sie im Buch. Kapitel für Kapitel nimmt mich der Autor mit. "Ihr seid unverschämt", so möchte ich gern häufig kirchliches Verhalten und kirchliche Verlautbarungen mit einem prägnanten Satz bewerten. Ich meine dann: "Dass Ihr Euch nicht schämt, so zu reden und so zu handeln. Euer Auftreten passt nicht zur Botschaft des Evangeliums". Dieses Un-verschämt im Titel dieses Buches ist tatsächlich auch anders gemeint. "Ich schäme mich nicht mehr. Ich lege alles Ver-schämte ab. Scham kleidet mich nicht. Sie gehört nicht in mein Leben. Sie gehört nicht ins Leben derer, die sich human und christlich bewegen und nicht in das Leben derer, die sich ihrer Würde als Mensch, als Geschöpf bewusst sind. Ich spreche allen Menschen, die be-schämend von der Kirche zurückgewiesen werden, weil sie sich nicht regelkonform verhalten oder nicht so sind, Ermutigung zu, sich nicht zu schämen, wenn sie anders sind; wenn sie an Punkten stehen, in denen sie sich neu orientieren müssen; wenn sie... " So lasse ich den Autor sprechen. Und er ermutigt sich auch selbst. Leidenschaft und Zorn ist zwischen den Zeilen zu lesen und eine große Liebe zur Kirche. Dem Autor ist es hervorragend gelungen, mich Gedanken für Gedanken mitzunehmen. Das Buch liest sich flüssig. Allein die Vielzahl an Themen lässt mich zwischendrin beim Lesen Pausen einlegen. Das Buch spricht meine Sprache, auch als katholische Christin, die sich ihrer Kirchenzugehörigkeit nicht schämen möchte. Es spricht eine Sprache, die nicht (nur) die Priesterkollegen verstehen können, sondern jede/r. Es spricht von der Liebe zur Kirche und von den Möglichkeiten, die die Kirche hat; von dem, was der Autor als gelungen bewertet und von dem, was nicht trägt. Es spricht von der Gegenwart der Kirche und der Hoffnung in die Zukunft. Es spricht alle aktuellen Themen an und spannt einen Bogen über die Verbrechen des Missbrauchs und deren Vertuschung bis hin zum aktuellen Graswurzelbewegungen, wie es Maria 2.0 ist. Es gibt den Nöten der Menschen Raum, und spricht von einer Kirche, die über Jahrzehnte Scham in sie einpflanzte, die entmutigt und gedemütigt in der Kirche geblieben sind und denen, die aufstehen. Und der Autor spricht von sich selbst. Am Ende des Buches bin ich bewegt und berührt und weiß: In einer Kirche, in der es Ermutiger gibt, wie Bernd Mönkebüscher, bin ich sehr aufrecht und groß. Und ich trete un-Verschämt auf. Aber lesen Sie selbst!!!!

Maria Hagenschneider